This thing about … My Last 3 Years In Berlin

Wer kennt den Spruch von Franz von Suppé nicht: „Du bist verrückt mein Kinddu musst nach Berlin.“

3 Jahre lang habe ich Verrückte in Berlin gelebt, gelacht, gelitten und geliebt. 2011 habe ich mein Abitur gemacht und mir war von Anfang an klar, dass keine andere Stadt als Berlin fürs Studium in Frage kommt. Meine Mama kommt von hier. Als ich klein war, haben wir übergangsweise hier gewohnt. Außerdem habe ich einige Verwandte hier in der Stadt und war die 19 Jahre vor meinem Umzug schon sehr oft zu Besuch. Neben Flensburg war Berlin somit schon immer meine zweite Heimat – Berlin hat mich quasi mit erzogen.

Nun ist das Studium vorbei, ich habe meinen Bachelor in der Tasche und das nächste Abenteuer ruft: 13 Monate Au Pair in New Jersey! Für mich heißt es also vorerst: ‚Auf Wiedersehen, Berlin! Bis bald, du schöne Stadt!‘ Mir fällt der Abschied sehr schwer. Ich liebe diese Stadt mit allen ihren grauen Straßen und Hochhäusern, den grünen Ecken, den Menschen, der Vielfalt, der Schnelllebigkeit, dem Alltagstrott… Da ich diese Stadt wahnsinnig vermissen werden, möchte ich ihr mein Recap der letzten 3 Jahre widmen! Ein hoch auf dich und mich, auf uns! Berlin du bist so wunderbar! Ich fühl‘ mich gut, ich steh‘ auf Berlin!

Uni: Wie bereits erwähnt, war der eigentliche Grund für meinen Umzug mein Studium. Nun, ich wäre so oder so hierher gezogen, für mich kam keine andere Stadt infrage. Trotzdem gut, dass ich einen Studienplatz bekommen habe.

Was habe ich eigentlich studiert? Achtung!: „Angewandte Medien: TV-Producer/-Journalist“ Kurz sacken lassen. Was ist das und was kann ich damit machen? Na ja, ein Bachelor-Studium ist ein Grundstudium, bedeutet, ich habe alles ein bisschen und nichts so richtig gemacht: Kamera, Ton, Moderation, Kalkulation, Schnitt, Journalismus… So lässt es sich endlos fortsetzen.

Rückblickend und mit meiner jetzigen Erfahrung würde ich das Studium nicht nochmal machen. Warum? Dafür wurde meines Erachtens für das viele Geld (privates Studium) einfach zu wenig angeboten. Dennoch gehe ich mit positiven Erfahrungen raus: Mit meinem Abi-Schnitt wäre ich nicht so leicht an eine Staatliche hier in Berlin gekommen; ich habe wahnsinnig interessante Menschen kennengelernt; und das Wichtigste: zauberhafte, großartige Freundschaften geschlossen!

Arbeit: In meinen ersten längeren Semesterferien (Juli-September 2013) habe ich ein freiwilliges Praktikum in einer TV-Produktionsfirma gemacht. Und weil es mir so gut gefallen hat, habe ich das Angebot, als studentische Aushilfe weiterzumachen, mit Kusshand angenommen. Somit bin ich seit 2 Jahren in derselben Firma. Und was soll ich sagen!? Es ist eine der besten Entscheidungen, die ich treffen konnte. Nicht nur, dass ich tolle Kollegen habe, mir wurde auch die Möglichkeit gegeben, massenhaft Erfahrungen zu sammeln. So durfte ich gleich im ersten Monat meines Praktikums auf eine große TV-Produktion mitfahren. Und ich konnte in den letzten 2 Jahren auf diversen Produktionen innerhalb und außerhalb Berlins mitwirken.

Da ich ein kleiner Andreas Gabalier-Fan bin, war mein definitives Highlight der letzten 2 Jahre, den Volks-Rock’n’Roller live zu sehen. Eigentlich waren alle Produktionen ein großes Highlight für mich. Es ist zwar anstrengend, aber es hat immer riesengroßen Spaß gemacht!

Danke für die 2 Jahre voller großer Erfahrungen, lieben Kollegen und spannenden Menschen!

Freunde: Ich bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge hierher gezogen. Natürlich stand eine außerordentliche und spannende Zeit vor mir, aber es hat immer seinen Preis. Denn wenn man geht, lässt man einen großen Teil von sich zurück, nämlich seine Freunde! Nicht viele Menschen zählen zu meinem engen Vertrautenkreis. Ich brauche lange Zeit, bis ich jemand vertrauen kann und meine Freunde sind „gut ausgesucht“. Meine Freunde aus Flensburg kenne ich schon jahrelang. Mit meinem besten Freund Henrik bin ich immerhin schon seit 2000, also 15 Jahre befreundet! Als ehemalige Nachbarn haben wir früher so einigen Scheiß gemacht und bis heute ist er wie mein großer Bruder, der mit mir schon so viel erlebt und mich immer unterstützt hat.

Zu meinen engsten Freunden zähle ich auch meine Mädchenclique. Wiebke und Svea habe ich 2004 in der 7. Klasse kennengelernt. Ich bin nach einem Schulwechsel neu in die Klasse gekommen und wurde von den beiden gleich freundlich aufgenommen. In der 11. Klasse (2009) ist Lisa von Köln nach Flensburg gezogen und auf unsere Schule gekommen. Nach diversen Partys und einigen witzigen Spanisch-Stunden gehört sie auch zu unserer „Gang“! Wir haben uns leider die letzten Jahre viel zu wenig sehen können, trotzdem sind sie mir noch soo wichtig!

Aber ich bin ja nicht ganz allein nach Berlin gegangen. Franzi und ich sind etwas zur selben Zeit nach Berlin gezogen und haben uns in der Anfangszeit gegenseitig aufgebaut und unterstützt. 1,5 Jahre später ist auch endlich Maria in Berlin angekommen, eine meiner engsten und besten Freundinnen! Und nun muss Maria erst mal für ein paar Monate auf uns beide verzichten… Zum Glück ist Fabian (auch ein alter Schulkollege) da zum Trösten!

Dank der Uni habe ich in Berlin schnell Leute getroffen. Die erste, die mich unter ihre Fittiche genommen hat, war Kati, die laute, aufgedrehte, gut gelaunte Dame aus der vorletzten Reihe. Bis heute sagt sie mir, dass ich sie mit meiner Lache angelockt habe. 😀 Ja, Lachen kann ich – laut und auffällig! Während einer Uniprüfung haben wir uns Yana und Freya gekrallt und seitdem sind wir unzertrennlich! Wir haben uns nach dem Studium geschworen, dass wir uns mindestens einmal im Monat treffen und bis auf 1-2 Male hat es auch geklappt! Ich wüsste nicht, was ich ohne die drei machen würde. Sie waren immer für mich da, haben mich in schweren Zeiten aufgefangen und aufgebaut, kennen meine „dunkelsten“ Geheimnisse und Macken und Ängste – sie dürften mich mittlerweile ebenso gut kennen, wie meine Gang aus Flensburg! Als ich beinahe aus meiner Wohnung geflogen bin, waren sie noch am selben Abend bei mir, haben mich mit Alkohol und Eis beruhigt und mit Händen vor den Augen dabei zu gesehen, wie ich innerhalb kürzester mein Bett verkauft habe. 😀 Ja, ich schlafe seit Mai auf einer Matratze. Ich hätte mit niemanden lieber Liebeskummer gehabt, 4 Wochen Mittweida überlebt und Berlin unsicher gemacht als mit Freya, Yana und Kati!

Danke für alles!

Familie: Dazu gibt es nicht viel zu sagen als: Ich habe und werde euch schrecklich vermissen! Danke für die Liebe und die Unterstützung, die ihr mir seit 22/21/18/13 Jahren gebt! Man sucht sich seine Familie nicht aus, aber ich hätte mir keine andere gewünscht! So schluchzig und schmalzig es auch klingt, ohne diese 5 hätte ich Berlin nie durchgezogen. Und auch nicht das nächste Abenteuer, was nun vor mir liegt!

Liebe: Oh, Berlin! Du bist so grausam groß! So abartig anonym! So schlimm schnelllebig! Mit der Liebe hat es noch nicht geklappt, daher muss mein Glücksbärchi wohl oder übel dran glauben!

Erlebnisse: Ich habe so viel in den letzten 3 Jahren erlebt, das kann man gar nicht zusammenfassen. Ich habe aber eine TOP 5 zusammengestellt.

Platz 1: Mercedes Benz Fashionweek – Januar 2013

Kati und ich haben die Möglichkeit bekommen, eine Woche am Modezirkus teilzuhaben.

Platz 2: Shootings mit Franzi

Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Make Up-Artist, durfte ich das ein oder andere Mal Franzis Modell sein.

Platz 3: Johannes Oerding-Konzerte

o2-World Berlin – Juni 2014

Jedes Konzert von Johannes Oerding ist ein besonderes Erlebnis. Aber wenn er umsonst ein kleines Konzert gibt, das insgesamt circa 75 Leute besuchen, er von der Bühne steigt, um in der „Menschenmenge“ zu performen und du nur die Hand ausstrecken musst, um ihn zu berühren, dann ist dieses Erlebnis nicht zu übertreffen!

Platz 4: Karl Lagerfeld-Ausstellung „The Little Black Jacket“


Platz 5: Prag – Nicht Berlin, aber mit Berlinern! 🙂

„Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen, wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können!“ – Anneliese Bödecker

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