Lower Manhattan

Lower Manhattan oder Downtown ist – wie der Name schon sagt – der unterste, südlichste Teil Manhattans. Der Bezirk ist das Zentrum der Finanzwelt New Yorks (Financial District) und ist vor allem wegen der Wall Street und dem One World Trade Center bekannt. Und wer hätte gedacht, dass im Jahre 1664 hier die Geschichte der Stadt New York begann, als die Briten „New Amsterdam“ von den Höllandern eroberten und es nach dem Duke von York umbenannten.

Alt und neu, Tragik und Triumph liegen hier oftmals nur ein paar Schritte auseinander. Wer sich auf die Spuren der Finanzhaie und Anzugträger machen will, muss sich auf Nackenschmerzen gefasst machen: Den Großteil der Tour versucht man die Spitzen der hohen Gebäude zu erkennen.

City Hall

STARTet am Municipal Building an der Metro Station Chamber St. Das Municipal Building ist ein städtisches Verwaltungsgebäude und wurde 1914 fertig gestellt. Eine Ampel entfernt ist der City Hall Park und die City Hall, das älteste noch in dieser Funktion genutzte Rathaus der USA. Der Park liegt direkt an einer Hauptstraße, Entspannung ist hier eher fehl am Platz. Dennoch befindet sich in der Mitte ein schöner Brunnen und im Sommer ist alles wundervoll grün. Ein paar Minuten, um sich das Treiben auf den Straßen anzusehen, kann man sich hier definitiv nehmen. Außerdem hat man hier einen grandiosen Ausblick auf den Woolworth Building, war bis 1930 das höchste Gebäude der Welt. Der Eigentümer Frank Winfield Woolworth hat die 13,5 Millionen Dollar für den Bau in bar bezahlt. 2014 hat ein privater Investor das Gebäude gekauft und lässt Luxus-Apartments bauen.
Park Row oder auch Newspaper Row erhielt seinen Namen um die Jahrhundertwende aufgrund der vielen ansässigen Zeitungen wie beispielsweise The New York Times, The New York Tribune, The New York Journal and The New York World.

One World Trade_1

One World Trade_2

Es wird Zeit den City Hall Park zu verlassen und in Richtung 9/11 Memorial Plaza zu laufen. Auf dem Weg dorthin läuft man an der St. Paul’s Chapel vorbei. Die St. Paul’s Chapel ist die älteste bestehende und genutze Kirche Manhattans. Errichtet wurde die Kirche zwischen 1764 und 1766und schon George Washington hat hier gebetet.
Viele Wege führen nach Rom und auch viele wunderschöne Wege führen zum 9/11 Memorial. Kurz bevor man den Plaza betritt, versuchen einige Menschen einem die Statue of Liberty-Tour zu verkaufen. Persönlich würde ich immer auf Nummer sicher gehen und mir Tickets dafür nur im Internet oder vor Ort am Ticketschalter kaufen.

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Wenn die Amis eines können, dann ist es Memorials bauen. Das 9/11 Memorial bestehend aus dem North Pool und South Pool ist beeindruckend. Ebenfalls auf dem Plaza befindet sich das September 11th Museum und der neue Freedom Tower (One World Trade Center). Hier schwingt eine ganz besondere Atmosphäre mit und es ist ein Ort, um an die Opfer der Terroranschläge des 11. Septembers zu denken. Wir waren ein Tag nach den Terroranschlägen in Brüssel am Memorial und die Menschen haben mit weißen Rosen und belgischen Fahnen den Opfern Respekt gezollt. Nicht anders sah es wahrscheinlich nach Paris aus. Es gibt einige Plätze auf dem Plaza, um sich kurz hinzusetzen und das Treiben zu beobachten, über das Leben zu philosophieren, Respekt zu zollen und sich über Menschen aufzuregen, die grinsend Selfies vor den Pools machen.

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Wer New York noch nicht von oben gesehen hat, dessen Chance ist jetzt gekommen: Für knauserige 34$ kann man in den 102. Stock des One World Trade Centers fahren und  Manhattan, Staten Island, Brooklyn und New Jersey bestaunen. Persönlich hat mit der Ausblick vom Rockefeller Center besser gefallen, da man dort nicht hinter Glasscheiben stand. Außerdem muss man einmal den Central Park von oben gesehen haben!

One World Trade_Aussicht 1

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Wer nach dem Treiben auf dem Plaza etwas Ruhe benötigt und vielleicht beten möchte, der sollte sich auf den Weg zur Trinity Church machen. Auf dem benachbarten Friedhof trifft man einige New Yorker während ihrer Mittagspause und es scheint ein ruhiger Rückzugsort im Trubel des Financial District zu sein. Hier kann man für einige Minuten die Seele baumeln lassen, einigen Gründungsvätern der USA „Hallo“ sagen und – hoffentlich – die Sonne genießen.

Trinity Church_2

Trinity Church_1

Financial District

Okay, genug entspannt, weiter geht’s gen Süden zum Wasser! Auf dem Weg kommt man am Charging Bull vorbei. Dem kurz die Nase und das Gemächt reiben, schon habt ihr Glück, so die Gerüchte. Am Bowling Green muss man sich nicht so lange aufhalten: Sich kurz von seinen Träumen, an der New York Film Academy zu studieren, verabschieden und vielleicht noch im National Museum of American Indian vorbeischauen, dann kann man sich auch schon auf dem Weg zum Battery Park machen.

Charging Bull

Im Battery Park hat man eine tolle Aussicht auf die Statue of Liberty und Ellis Island. Hier fahren auch die Fähren zu besagten Inseln los und man kann ebenfalls vor Ort noch Tickets für die Touren ergattern. Außerdem befinden sich hier das Museum of Jewish Heritage und The Skyscraper Museum.

Staten Island Ferry_4

Von hier aus erreicht man auch ganz easy den Staten Island Whitehall Terminal. Die Staten Island Ferry verbindet Manhattan und Staten Island miteinander. Die Benutzung der Fähre ist frei und bei gutem Wetter kann man die Aussicht vom oberen Deck genießen. Auf der Route fährt man an Ellis Island, Lady Liberty und Governors Island vorbei und wenn man keine Lust auf Staten Island hat, kann man direkt wieder in die nächste Fähre nach Manhattan steigen.

Staten Island Ferry_2

Staten Island Ferry_1

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Staten Island Ferry_5

Um den ganzen Spaß abzurunden und weil man an diesem Tag noch nicht genug gelaufen ist, macht man sich vom Whitehall Terminal auf den Weg zur Brooklyn Bridge. Schön ist es, wenn man die Strecke am Wasser zurücklegt. Kurz vor der Brücke befindet sich der South Street Seaport, ein weitgehend denkmalgeschütztes und historisch bedeutendes Viertel. Hier befindet sich eines der ältesten Gebäude Downtown, die größte Ansammlung historischer Geschäftshäuser des frühen 19. Jahrhundert, das South Seaport Museum und renovierte Segelschiffe, außerdem sind hier einige Geschäfte und Restaurants ansäßig. Im Großen und Ganzen versprüht dieses Viertel einen ganz bezaubernden Charme. Als deutsches Nordlicht kann man sich hier pudelwohl fühlen!

Seaport District

Brooklyn Bridge_1

Der letzte Punkt auf der Lower Manhattan-Tour ist die Brooklyn Bridge. Mehr Fotos von meinem vorherigem Besuch findet ihr hier. Man kann natürlich einmal komplett über die Brücke rüber nach Brooklyn laufen und es sich im Brooklyn Bridge Park gemütlich machen, eine Runde auf Jane’s Carousel drehen und von dort mit der Subway nach Hause fahren. Oder man geht bis zur Mitte, dreht sich einmal im Kreis, bewundert die Aussicht auf Manhattan und geht dann zu seinem Startpunkt (Municipal Building) zurück.

Brooklyn Bridge_2

Das war meine kleine, gut 9-stündige Tour durch Downtown Manhattan. Weitere Inspirationen und Insider-Tipps finden sich auf der Seite von Free Tours by Foot.

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